SingenJuni 2025
UCI Gravel Race
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Am Samstagmorgen holte mich Ole ab und es ging vollbepackt auf einer unterhaltsamen Autofahrt mit viel Deutschrap nach Singen. Dort warteten Luki und Tobi bereits auf uns und nach einem kurzen Bikecheck inklusive erneuter Diskussion darüber, ob man seine Kette nun ölen oder wachsen solle, ging es ins Rathaus, um die Startunterlagen abzuholen. Und von dort aus direkt zum Recon.


Die Strecke stellte sich schnell als wellig, technisch anspruchsvoll und aufgrund der Hitze extrem staubig heraus. So schlängelten wir uns also durch die Hegauer Landschaft bzw. über die ein oder andere Rampe und waren schließlich nach zweieinhalb Stunden und mehreren Litern Schweiß wieder in Singen.

Von dort aus ging es dann für Luki und mich mit dem Rad in unsere Unterkunft, während Ole und Tobi mit dem Auto nachkamen. Dort sind schließlich auch Jenny, Jakob und Moritz dazugestoßen.


Als Nächstes standen die Media-Duties auf dem Plan. So ging es schließlich noch einmal für alle von uns auf die Gravelbikes und in die Hegauer Schotterlandschaft. Da der perfekte Shot länger auf sich warten ließ, dauerte es einige Zeit, bis wir hungrig und müde zurück im Appartement angekommen sind.

Und dann der Schock: Weder Salz in der Küche noch kaltes Wasser in der Dusche. Während die Nudeln ohne Salz jedoch noch ganz okay geschmeckt haben, war die Dusche der zweite Saunagang des Tages nach dem Recon. Mit vollem Bauch ging es dann schließlich ab ins Bett.


Nach einem kräftigen Frühstück am nächsten Morgen inklusive Bicarb wurden letzte Vorkehrungen am Rad getroffen und der perfekte Reifendruck bestimmt. Von der Unterkunft aus ging es dann für uns mit dem Rad zum Rennen, wo wir noch etwas Zeit hatten, um uns warmzufahren. Schließlich kam der Startschuss und es ging mit ordentlich Tempo auf die Strecke.


Die ersten 50km verliefen erstaunlich gut, da ich mit Tobi zusammenarbeiten konnte und wir uns so langsam im Rennen nach vorne arbeiten konnten. Kurz vor der zweiten Runde kam dann leider der Realitycheck und ich bin komplett krachen gegangen. Der Tank war komplett leer und auf dem Garmin standen kaum noch über 250 Watt. Ich war mir unsicher, ob ich das Rennen noch zu Ende fahren sollte oder nicht, da ich von einer Person nach der anderen überholt wurde.

Zum Glück konnte ich bei Kilometer 70 eine vertraute Stimme hinter mir hören. Luki hatte aufgeholt und so spannte ich mich komplett grau an sein Hinterrad und versuchte, so gut es ging, in jedem Anstieg an ihm dranzubleiben. Und so kamen wir schließlich nach staubigen 3 Stunden und 50 Minuten komplett fertig am Rathausplatz in Singen an.


Ich hatte hohe Erwartungen an mein erstes Gravelrennen und ich wurde keineswegs enttäuscht. Trotz des nicht so guten Ergebnisses hat das Rennen unfassbar viel Spaß gemacht und gezeigt, wie schön es ist, Teamkollegen zu haben. Ohne Luki wäre ich das Rennen mit Sicherheit nicht mehr zu Ende gefahren, jedoch konnte er mich erneut motivieren, sodass ich trotz fehlender Leistung genug Willenskraft aufbringen konnte, um ins Ziel zu fahren.


Eins ist klar: Ich habe in Singen Blut (und etwas Staub) geleckt und bin extrem aufgeregt auf die Saison 2026, um weitere Gravelrennen zu fahren und die Strecke in Singen erneut herauszufordern.


~ Dario
dünne Arme dicke Beine Rennteam